Sanierung Ratsgasse 28

Wer alte Fotoarchive durchstöbert, entdeckt darin weit mehr als historische Aufnahmen. Die Bilder erzählen vom Wandel einer Stadt, von früheren Wohnverhältnissen und davon, wie sich Gebäude im Laufe der Jahrzehnte verändern.

Ein solches Stück KOWO-Geschichte befindet sich in der Ratsgasse 28 in Heilbad Heiligenstadt. Eine Aufnahme aus den frühen 1990er-Jahren zeigt das Gebäude mit seiner damals schlichten und zweckmäßigen Gestaltung: eine zurückhaltende Fassade, vergleichsweise kleine Fenster und ein markantes Dach mit Gauben. Ein Anblick, an den sich sicherlich noch einige Heiligenstädterinnen und Heiligenstädter erinnern können.

Aus einem Zweckbau wird ein zeitgemäßer Wohnort

Während historische Fachwerkhäuser häufig durch sichtbare Handwerkskunst und traditionelle Baumaterialien geprägt sind, entstanden viele Wohngebäude vor allem unter funktionalen Gesichtspunkten. Sie sollten in erster Linie bezahlbaren und verlässlichen Wohnraum bieten.

Doch auch diese Häuser sind ein wichtiger Teil unserer Stadt- und Unternehmensgeschichte. Sie haben über viele Jahrzehnte Menschen ein Zuhause gegeben und das Bild ihrer jeweiligen Straße geprägt. Deshalb besteht verantwortungsvolle Bestandsentwicklung nicht darin, das Alte einfach zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, vorhandene Gebäude zu erhalten, sinnvoll weiterzuentwickeln und an heutige Anforderungen anzupassen.

Die Sanierung der Ratsgasse 28 steht beispielhaft für diesen Anspruch. Ziel ist es, die vorhandene Bausubstanz langfristig zu sichern und gleichzeitig die Voraussetzungen für zeitgemäßes Wohnen zu schaffen. Dabei müssen die Besonderheiten des Gebäudes ebenso berücksichtigt werden wie seine Lage in der gewachsenen Heiligenstädter Innenstadt.

Investitionen in die Zukunft des Wohnens

Gebaut in den 80er Jahren verfügt dieses Gebäude über eine Dachform, die zu DDR-Zeiten die Verwendung von kreativen Konstruktionsansätzen und Baumaterialien notwendig machte. Das Gebäude gilt somit als Baudenkmal mit Bestandschutz.

Mithilfe einer KfW-Finanzierung für energetische Sanierung im denkmalgeschützten Bereich entstehen bis Anfang Januar 2024 auf 3 Etagen 9 barrierefreie Wohnungen (Fahrstuhl, breite Türen, barrierefreie Balkone).

Sanierungen im Bestand sind häufig komplexer, als es von außen sichtbar ist. Technische Gegebenheiten, bestehende Grundrisse und die vorhandene Bausubstanz müssen sorgfältig geprüft und aufeinander abgestimmt werden. Viele Arbeiten finden zudem im Inneren eines Hauses statt und bleiben Passantinnen und Passanten verborgen.

Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück. Historische Aufnahmen machen sichtbar, welchen Weg ein Gebäude bereits zurückgelegt hat. Sie dokumentieren Veränderungen und zeigen, dass die Entwicklung eines Wohnungsbestandes eine langfristige Aufgabe ist.

Als kommunales Wohnungsunternehmen verfolgt die KOWO das Ziel, sicheren und sozialverträglichen Wohnraum im Eichsfeld zu erhalten und weiterzuentwickeln. Dazu gehört neben dem Neubau insbesondere die kontinuierliche Pflege und Modernisierung bestehender Gebäude.

Ein Gebäude mit Geschichte und Zukunft

Die Ratsgasse 28 zeigt, wie eng Vergangenheit und Zukunft miteinander verbunden sind. Das historische Foto erinnert an den Zustand des Gebäudes zu Beginn der 1990er-Jahre. Die weitere Entwicklung steht für den Anspruch, vorhandenen Wohnraum nicht nur zu bewahren, sondern nachhaltig an neue Anforderungen anzupassen.

So bleibt ein vertrauter Bestandteil des Heiligenstädter Stadtbildes erhalten – und kann auch künftig Menschen ein sicheres und schönes Zuhause bieten.

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37308 Heilbad Heiligenstadt