Leerwohnungen
Warum leere Wohnungen nicht immer sofort wieder vermietet werden können
Wohnraum wird dringend gesucht. Umso unverständlicher erscheint es auf den ersten Blick, wenn eine Wohnung über mehrere Wochen leer steht. Warum zieht nicht direkt nach dem Auszug der nächste Mieter ein?
Die kurze Antwort lautet: Eine leere Wohnung ist nicht automatisch bezugsfertig. Zwischen der Rückgabe und der Neuvermietung liegen zahlreiche Arbeitsschritte, die für Außenstehende häufig nicht sichtbar sind.
Der tatsächliche Zustand zeigt sich oft erst nach dem Auszug
Bereits vor dem Ende eines Mietverhältnisses findet in vielen Fällen eine Vorbesichtigung statt. Dabei können erste notwendige Arbeiten erfasst und vorbereitet werden. Eine abschließende Beurteilung ist jedoch häufig erst möglich, wenn die Wohnung vollständig geräumt und alle Schlüssel zurückgegeben wurden.
Dann prüfen unsere Mitarbeiter unter anderem:
- den Zustand von Wänden, Decken und Fußböden,
- Fenster, Türen und Rollläden,
- Heizkörper und Heizungsleitungen,
- Sanitäreinrichtungen und Wasseranschlüsse,
- Steckdosen, Schalter und elektrische Anlagen,
- Rauchwarnmelder und weitere Sicherheitseinrichtungen,
- mögliche Feuchtigkeits- oder Schimmelschäden,
- Keller, Abstellräume und mitvermietete Flächen.
Erst nach dieser Bestandsaufnahme steht fest, ob kleinere Reparaturen ausreichen oder eine umfangreichere Instandsetzung notwendig ist.
Jede Wohnung erfordert einen eigenen Maßnahmenplan
Nicht jede leer stehende Wohnung befindet sich im gleichen Zustand. Manche können nach wenigen kleineren Arbeiten und einer gründlichen Reinigung kurzfristig wieder vermietet werden. Bei anderen müssen Böden erneuert, Wände bearbeitet, Türen repariert oder Sanitäranlagen ausgetauscht werden.
Bei älteren Wohnungen stellt sich außerdem die Frage, ob eine einfache Instandsetzung wirtschaftlich und langfristig sinnvoll ist. Wenn beispielsweise Leitungen, Bäder oder Elektroinstallationen nicht mehr dem heutigen Standard entsprechen, kann es sinnvoller sein, diese Arbeiten gebündelt auszuführen. Dadurch verlängert sich zwar die Leerstandszeit, die Wohnung ist anschließend jedoch technisch zuverlässiger und für viele weitere Jahre nutzbar.
Als kommunales Wohnungsunternehmen müssen wir deshalb sorgfältig abwägen: Welche Arbeiten sind notwendig? Welche Verbesserungen sind sinnvoll? Und wie lässt sich die Wohnung modernisieren, ohne die spätere Miete unnötig zu erhöhen?
Handwerksleistungen müssen koordiniert werden
Nach der Prüfung beginnt die organisatorische Arbeit. Leistungen müssen beschrieben, Angebote eingeholt, Aufträge vergeben und Termine mit verschiedenen Gewerken abgestimmt werden.
Je nach Umfang arbeiten Maler, Bodenleger, Elektriker, Installateure, Tischler und Reinigungsfirmen nacheinander oder teilweise parallel in einer Wohnung. Dabei bauen viele Arbeiten aufeinander auf. Ein neuer Fußboden kann beispielsweise erst verlegt werden, wenn Leitungsarbeiten abgeschlossen und Wände bearbeitet wurden.
Auch Lieferzeiten für Materialien und die begrenzten Kapazitäten der Handwerksbetriebe können den Ablauf beeinflussen. Besonders bei größeren Sanierungen lassen sich Verzögerungen deshalb nicht immer vollständig vermeiden.
Sicherheit und Qualität gehen vor
Unser Ziel ist es, Wohnungen möglichst schnell wieder zur Verfügung zu stellen. Trotzdem dürfen notwendige technische Kontrollen oder Reparaturen nicht übersprungen werden.
Neue Mieter sollen eine sichere, funktionierende und ordnungsgemäß vorbereitete Wohnung übernehmen. Dazu gehört, dass Mängel möglichst vor dem Einzug erkannt und behoben werden. Eine vorschnelle Vermietung würde Probleme lediglich verschieben und könnte nach dem Einzug zu zusätzlichen Belastungen für die Mieter und die beauftragten Handwerksbetriebe führen.
Nach Abschluss der Arbeiten wird die Wohnung deshalb erneut kontrolliert. Außerdem müssen Zählerstände dokumentiert, Schlüssel geprüft, Unterlagen aktualisiert und die Wohnung für die Übergabe vorbereitet werden.
Nicht jede leer wirkende Wohnung ist noch verfügbar
Von außen ist nicht immer erkennbar, in welcher Phase sich eine Wohnung befindet. Manche Wohnungen sind bereits verbindlich vergeben, obwohl der Einzug erst einige Wochen später stattfindet. Andere werden gerade instand gesetzt oder sind für eine umfassendere Modernisierung vorgesehen.
Hinzu kommt, dass eine Wohnung häufig erst dann veröffentlicht werden kann, wenn Ausstattung, Mietpreis und voraussichtlicher Fertigstellungstermin zuverlässig feststehen. Zu frühe Angaben können bei Interessenten falsche Erwartungen wecken. Niemandem ist geholfen, wenn ein zugesagter Einzugstermin wegen unvorhergesehener Schäden oder Verzögerungen mehrfach verschoben werden muss.
Leerstand liegt auch nicht im Interesse des Vermieters
Jeder Monat ohne Vermietung bedeutet fehlende Einnahmen, während gleichzeitig Betriebs-, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten entstehen. Auch aus wirtschaftlicher Sicht haben wir daher ein großes Interesse daran, Leerstandszeiten so kurz wie möglich zu halten.
Im kommunalen Bereich geht es jedoch nicht allein um Schnelligkeit. Wir tragen Verantwortung für einen langfristig nutzbaren Wohnungsbestand und dauerhaft bezahlbare Mieten. Deshalb setzen wir auf wirtschaftlich sinnvolle und nachhaltige Lösungen statt auf kurzfristige Reparaturen, die bereits nach kurzer Zeit erneut Kosten verursachen.
Unser Ziel: schnell, sorgfältig und nachhaltig vermieten
Zwischen dem Auszug eines Mieters und dem Einzug des nächsten Bewohners passiert mehr, als von außen sichtbar ist. Wohnungen werden geprüft, Arbeiten geplant, Handwerker koordiniert, technische Anlagen kontrolliert und alle notwendigen Unterlagen vorbereitet.
Wir wissen, dass Wohnungssuchende auf freie Angebote warten. Deshalb arbeiten unsere Mitarbeiter gemeinsam mit den beauftragten Unternehmen daran, Wohnungen so schnell wie möglich wieder vermietbar zu machen. Gleichzeitig möchten wir unseren neuen Mietern ein Zuhause übergeben, in das sie sicher und guten Gewissens einziehen können.
Denn eine gute Neuvermietung beginnt nicht erst mit der Vertragsunterzeichnung, sondern bereits mit der sorgfältigen Vorbereitung der Wohnung.







