Beschlagene Fenster? Ein kleiner Leitfaden zum Lüften

Im Herbst und Winter beschlagen Fenster in vielen Wohnungen. Das sieht nicht schön aus und kann Fragen aufwerfen. Meist entsteht der Beschlag, wenn feuchte Raumluft auf eine kühle Fensterscheibe trifft. Die Feuchtigkeit wird dann als kleine Wassertropfen sichtbar. Das ist zunächst ein Hinweis, auf den Sie achten sollten – aber kein Grund, sich Vorwürfe zu machen. Auch die Bauweise und die Beschaffenheit der Fenster spielen eine Rolle.

1. Prüfen Sie, wo das Fenster beschlagen ist

  • Auf der Raumseite: Feuchte Raumluft hat sich an der kalten Scheibe niedergeschlagen. Das tritt besonders im Winter auf.
  • Auf der Außenseite: Das kann bei gut dämmenden Fenstern vorkommen und ist meist unbedenklich.
  • Zwischen den Scheiben: Lässt sich der Beschlag nicht abwischen, kann die Verglasung beschädigt sein. Melden Sie sich dann bei Ihrer Vermietung oder Hausverwaltung.

2. Nutzen Sie ein Hygrometer

Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchtigkeit im Raum. Stellen Sie es möglichst nicht direkt ans Fenster, an einen Heizkörper oder in die Sonne, damit der Wert aussagekräftig ist.

  • Das Umweltbundesamt nennt 40 bis 60 Prozent als Orientierungsbereich.
  • Die passende Luftfeuchtigkeit hängt auch vom Raum und vom Gebäude ab.
  • Bleibt der Wert längere Zeit hoch oder beschlagen die Scheiben von innen, lüften Sie.

3. Lüften Sie kurz und kräftig

  • Öffnen Sie die Fenster weit, statt sie dauerhaft gekippt zu lassen.
  • Wenn möglich, öffnen Sie gegenüberliegende Fenster für Durchzug.
  • Lüften Sie besonders nach dem Duschen und Kochen sowie morgens im Schlafzimmer.
  • Im Winter reichen je nach Wetter oft wenige Minuten. Dauerhaft gekippte Fenster tauschen die Luft langsamer aus und können den Bereich rund ums Fenster auskühlen.

4. Halten Sie die Feuchtigkeit im Blick

Feuchtigkeit entsteht ganz alltäglich – etwa beim Atmen, Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen. Das kann helfen:

  • Beim Kochen möglichst einen Deckel verwenden und danach lüften.
  • Nach dem Duschen die feuchte Luft nach draußen lüften.
  • Angemessen heizen und Heizkörper nicht mit Möbeln verdecken.
  • Wasser von Scheibe und Rahmen mit einem Tuch abwischen.

5. Holen Sie sich Unterstützung, wenn es nicht besser wird

Ein paar Tropfen nach dem Duschen oder Kochen lassen sich oft durch Lüften und Abwischen beseitigen. Bleiben die Fenster jedoch regelmäßig lange nass oder zeigen sich feuchte Stellen an Wänden und in Raumecken, beobachten Sie die Entwicklung. Tritt das Problem trotz regelmäßigem Lüften und angemessenem Heizen weiter auf, wenden Sie sich bitte an Ihre Vermietung oder Hausverwaltung. Dann kann geprüft werden, ob weitere Ursachen eine Rolle spielen.

Kurz gesagt: Hygrometer nutzen, Feuchtigkeit möglichst direkt nach draußen lüften und Wasser am Fenster abwischen. Wenn das nicht ausreicht, sprechen Sie uns an – gemeinsam lässt sich klären, was dahintersteckt.

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